Verwahrung: Custodial vs. Non-Custodial
Bei der Verwahrung digitaler Vermögenswerte unterscheidet man zwischen zwei Modellen: custodial (der Anbieter verwahrt die Schlüssel für Sie) und non-custodial (Sie kontrollieren Ihre eigenen Schlüssel). Custodial-Lösungen sind bequemer, bedeuten aber, dass Sie dem Anbieter vollständig vertrauen müssen. Non-custodial-Lösungen geben Ihnen die Kontrolle zurück, erfordern aber technisches Verständnis und eigene Verantwortung. Im Fall einer Anbieterinsolvenz bei custodial-Modellen können Sie unter Umständen keinen Zugriff mehr auf Ihre Vermögenswerte erlangen.
Phishing ist das häufigste Angriffsszenario
Die meisten Verluste bei digitalem Vermögen entstehen nicht durch technische Schwachstellen der Blockchain, sondern durch menschliche Fehler – insbesondere Phishing. Dabei werden Nutzer auf täuschend echte Nachahmerseiten gelockt und zur Eingabe ihrer Zugangsdaten gebracht. Klicken Sie niemals auf Links in E-Mails, die von Ihrer Plattform zu stammen scheinen. Rufen Sie die Adresse immer manuell im Browser ein. Prüfen Sie das SSL-Zertifikat und die genaue Domain – ein einzelnes vertauschtes Zeichen kann den Unterschied bedeuten.
Zwei-Faktor-Authentifizierung ist keine Option
Ein Passwort allein reicht nicht. Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) über eine Authenticator-App – nicht per SMS, die ist anfällig für SIM-Swapping – ist ein Mindeststandard für jeden Account mit digitalem Vermögen. Viele Nutzer verzichten darauf, weil es ein wenig unbequemer ist. Diese Bequemlichkeit kann teuer werden. Wer 2FA nicht aktiviert, lädt Angreifer geradezu ein.
Hardware-Wallets: Für größere Bestände Pflicht
Wer nennenswerte digitale Vermögenswerte hält, sollte eine Hardware-Wallet in Betracht ziehen. Diese Geräte speichern die privaten Schlüssel offline und sind damit gegen die meisten Online-Angriffe immun. Der Kauf und die Einrichtung erfordern etwas Aufwand, dieser zahlt sich aber aus. Kaufen Sie Hardware-Wallets ausschließlich direkt beim Hersteller – gebrauchte oder günstige Drittanbieter-Geräte können manipuliert sein.